Kritikos Langonikos

Hund vom Urtyp – FCI Gruppe 5

Dieser Jagdhund vom Urtyp mit deutlichen Windhundzügen stammt, wie sein Name schon ausdrückt, von der griechischen Insel Kreta und hat uralte Wurzeln in der Geschichte Griechenlands. Er ist in der Antike vielfach auf Kunst- und Gebrauchsgegenständen dargestellt worden und hat seine alten Arbeits-Charakteristiken bis zum heutigen Tag behalten. Heute gehört er zu den seltensten Hunderassen der Welt und wird innerhalb eines Artenschutzprogrammes durch die griechische Arbeitsgemeinschaft der Save-Foundation betreut.

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Von der äußeren Erscheinung her zeigt er sich von athletischer, sehniger und muskulöser Gestalt mit langen Läufen, keilförmigen Kopf, sehr flexiblen Stehohren und einer in Bewegung oder Anspannung hoch getragenen, geringelten Rute, die sich in der Ruhe oder Entspannung (oft auch beim Wedeln!) entrollt. Bei der Jagd ist er agil, geschickt und schnell, dabei robust und außerordentlich ausdauernd selbst, oder gerade, im felsigen, rauen Gelände seiner Heimatinsel Kreta, wo er auch gut klettern kann. Er ist anspruchslos, aber lebhaft, intelligent und mutig, dabei gehorsam, gut erziehbar und liebevoll zuhause mit Mensch und Tier. Fremden gegenüber ist er etwas reserviert. Er lässt sich leicht auf visuelle Kommandos trainieren, auch auf Distanz. Der Jagdinstinkt ist seine Kerneigenschaft, was man auch bedenken sollte, wenn man sein physisches und mentales Potential auslasten will.

Sein Äußeres wird gekennzeichnet durch ein glattes, dichtes, kurzes Haarkleid, bei dem nur an den Halsseiten, der Hinterseite der Oberschenkel und der Rute ein wenig längere Haare zu finden sind. Das Fell kann sowohl einfarbig (von weiß über creme bis rostbraun) sein, als auch zweifarbig gestromt und dreifarbig (gestromt oder schwarz-loh mit weißen Abzeichen).
Rüden variieren in der Schulterhöhe zwischen 52 cm und 60 cm, Hündinnen zwischen 50 cm und 58 cm.
Im Leben in unserer Gesellschaft wirkt sich das reiche Ausdrucksverhalten der Rasse (Körpersprache und Mimik), ihr ursprüngliches, freundliches und unaufdringliches Sozialverhalten positiv aus. Der Kritikos ist eher defensiv bei Hundebegegnungen, spielt gern mit Hunden, die er kennt, ist ein angenehmer Familienhund, der aber auch Nutztierherden begleitet und Haus und Eigentum bewacht. Er ist leicht erziehbar, hat gern einen Hundepartner im Haus, um sein Sozialverhalten ausleben zu können.
Bei liebevoll konsequenter Erziehung mit positiver Bestärkung sollte man bedenken, dass der Kritikos ein ausgesprochen spätreifer Hund ist, erst mit vier Jahren wird er als ausgereift angesehen, und Hündinnen werden meist erst mit 18 Monaten läufig und dann meist auch nur einmal im Jahr. Es sind Hunde, die ruhig sind und selbst auch einen ruhigen Umgang brauchen. Freilauf ist bedingt möglich. 
Wichtig ist, wie bei allen aktiven Rassen, dass diese Hunde sowohl körperlich als auch ‘im Kopf‘ ausreichend ausgelastet werden. Wo es möglich ist, kann man ihn stundenlang herumstöbern, graben und Mäuse, Ratten und andere Kleintiere jagen lassen – sehr erfolgreich übrigens.
Ansonsten ist der Kritikos durch seinen Spieltrieb sehr gut für Agility geeignet, wo er seine Fähigkeiten zum Klettern und Springen ebenso ausleben kann wie seine Intelligenz und Lernvermögen. Wie bei jedem Hund verbessert sich dadurch auch die Mensch-Hund-Beziehung. 
Auch beim Mantrailing, der Personensuche, bei der Rettungshundearbeit und als Therapiehunde haben sich Hunde dieser Rasse schon bewährt. Coursing macht ihnen Spaß, und es gibt mindestens drei Kritikos in Deutschland, die ihre Begleithundprüfung bestanden haben.
Der Kritikos ist durch sein kurzes Haar pflegeleicht, lediglich der Rücken, der andeutungsweise Unterwolle zeigen kann, sollte gelegentlich mit einer weichen Bürste gepflegt werden, ansonsten putzt er sich nach Aufenthalt im Freien selbst und entwickelt auch mit nassem Fell kaum Hundegeruch und haart kaum.
Bisherige Selektion und Haltungsbedingungen haben bewirkt, dass die Rasse gesund ist – Erbkrankheiten sind nicht bekannt, und bei guter Haltung werden sie durchschnittlich 14 – 18 Jahre alt, aber auch über 20 Jahre alte Hunde sind keine Seltenheit. 
Photos: A. Collett

 

Quelle: DWZRV

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