Pharao Hound

Pharaoh Hound

Der Pharaoh Hound ist ein windhundähnlicher Jagdhund. Seine Heimat sind die Maltesischen Inseln, die seit 1964 ein unabhängiger Staat sind. Die Malteser selber bezeichnen diesen Hund traditionell als „Kelb-tal-Fenek“, d.h. „Hund des Kaninchens“ entsprechend seiner jagdlichen Verwendung. Neben der Kaninchenjagd verwenden die maltesischen Farmer den Hund auch zur Begleitung ihrer Schaf- und Ziegenherden oder als Wachhund auf den flachen Dächern ihrer Häuser. Den Kindern der maltesischen Bauernfamilien ist er ein liebevoller und ausdauernder Spielgefährte. Als Zeichen der Wertschätzung und seiner Bedeutung für die maltesische Kultur erklärte Malta den „Kelb-tal-Fenek“ im Jahre 1974 zum Nationalhund, 1977 gab die Zentralbank von Malta eine Silbermünze mit seinem Abbild heraus und 2001 wurde die Rasse mit der Herausgabe einer Briefmarke gewürdigt.

Pharaoh Hound

1963 begann mit dem ersten Wurf in Großbritannien die Zucht außerhalb Maltas. 1974 erkannte der britische Kennel Club die Rasse unter dem Namen „Pharaoh Hound“ an, der zum damaligen Zeitpunkt auf dem Kontinent in der Form des „Pharaonenhundes“ noch als Sammelbezeichnung für alle stehohrigen Jagdhunde mediterranen Typs diente. 1977 annullierte die FCI ihren Sammelstandard für die mediterranen Rassen, erkannte jedoch gleichzeitig den maltesischen Kelb-tal-Fenek unter der Bezeichnung „Pharaoh Hound“ an und übernahm den in Großbritannien erstellten Standard für die Rasse.

Es ist an dieser Stelle wichtig festzustellen, dass ein wissenschaftlicher Beleg für eine Verbindung der heutigen mediterranen Rassen mit den Hunden des antiken Ägypten bis heute nicht erbracht werden konnte.
1982 wurde der erste Pharaoh Hound Wurf in Deutschland eingetragen.
Seit dem 1.1.1991 wird der Pharaoh Hound von der FCI gemeinsam mit den anderen mediterranen Rassen in der Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) geführt. Trotzdem wird die Rasse in Deutschland und den meisten anderen Ländern Nord- und Westeuropas weiterhin von den Windhundverbänden betreut und kann an windhund-sportlichen Aktivitäten wie Coursing und Rennen teilnehmen.

Pharaoh Hound

Der Pharaoh Hound ist ein aufmerksamer, lebhafter Hund mittlerer Größe. Die Gesamterscheinung wird bestimmt durch eine edle Haltung, klare Linien und eine ausgeprägte Bemuskelung.
Er vereinigt in sich Anmut und Kraft, Schnelligkeit und große Ausdauer. In freier Bewegung wirkt er leichtfüßig und geschmeidig. Das Fell ist kurz, glatt und glänzend. Die Schulterhöhe reicht von 53 cm bis 61 cm bei Hündinnen und 56 cm bis 63,5, cm bei den Rüden. Auffälligste Merkmale sind seine Stehohren, die leuchtende Rotfärbung des Felles mit fleischfarbener Nase und bernsteinfarbenen Augen, sowie das Fehlen schwarzer Pigmentierung
Bei der Arbeit in den unwegsamen Felslandschaften seiner Heimat setzt er in erster Linie seinen Geruchsinn ein, um seine in Felsspalten, in Steinmauern oder unter Büschen verborgene Beute aufzuspüren. Auffällig ist, wie er bei der Arbeit auf kurzer Distanz seine Ohren gebraucht. Durch sein enormes Sprungvermögen, seine Wendigkeit und Geschicklichkeit, durch die Trittsicherheit seiner großen Pfoten, die mit starken Krallen und sehr beweglichen Zehen auch zum Klettern geeignet sind, ist er bestens ausgestattet für die Jagd in unwegsamem Gelände.
Der Pharaoh Hound ist intelligent, freundlich und bis ins hohe Alter verspielt. Er sucht engen Kontakt zu seinem Menschen und liebt es, mit Spiel oder Arbeit (Turnierhundsport oder Agility) beschäftigt zu werden. So ausgelastet wird er nicht zum Problem für Wohnung oder Garten.
Im Freien entfaltet er eine überschäumende Lebendigkeit. Wird sein großes Lauf- und Bewegungsbedürfnis täglich genügend berücksichtigt, verhält er sich im Haus ruhig. Zusammen mit seiner Eigenart, sich ausgiebig zu putzen, und der Fähigkeit, auf kleinstem Raum behutsam zu spielen, hat er sehr viel Katzenhaftes.

Auffällig ist die ausgeprägte Bellfreudigkeit der Rasse. Bellen ist Ausdruck höchster Lebensfreude, keine Aggression. Er bellt als Spielaufforderung, aus Ungeduld, beim Toben, beim Rennen und beim Coursing.

Durch sein freundliches, aufgeschlossenes Wesen ist er sehr gut als Familienhund und für die Haltung in der Großstadt geeignet. Er ist in auffälliger Weise unaggressiv im Umgang mit Menschen und anderen Hunden. Kindern gegenüber ist er liebevoll, geduldig und ein begeisterter Spielgefährte.

Das Leben in einer Etagenwohnung bereitet ihm kein Problem, wenn er zuverlässig Tag für Tag etwa zwei Stunden oder länger Gelegenheit erhält, sich draußen wirklich auszutoben. Seine Bellfreudigkeit muss nicht zu einem Ärgernis für seine Umgebung werden. Mit Geduld und Konsequenz kann er lernen, dass Bellen nur im Freien erlaubt ist, in der Wohnung aber nicht.
Als kurzhaariger Hund ist er sauber und pflegeleicht. Seine Lebenserwartung ist vergleichsweise hoch. Oft erreicht er ein Alter von zwölf bis zu fünfzehn Jahren.
Er ist ein hervorragender Wächter. Seiner Aufmerksamkeit entgeht nichts. Mit seiner wachen Intelligenz meldet er gezielt alles, was nicht zum normalen Ablauf gehört. Er braucht jedoch unbedingt engen Anschluss an sein menschliches Rudel, bei genügend Zuwendung und Bewegung, kann er zeitweiliges Alleinsein gut aushalten. Werden zwei oder mehrere Hunde gehalten, gibt es auch bei regulärer Berufstätigkeit keine Schwierigkeiten, sofern der tägliche Auslauf gesichert ist.

Rennen Pharaoh Hound

Jeder, der einen solchen Hund um sich haben will, muss sich im Klaren sein, dass sein jagdlicher Ursprung bedeutet, dass er auch bei bestem Gehorsam in unserer beengten Umwelt nicht immer und überall ohne Leine laufen kann. Die Gefahr ist für ihn und andere zu groß. Man muss stattdessen im eigenen Umfeld gezielt solche Gebiete suchen, in denen auch bei seiner Anlage und seinem Bewegungsradius Freilauf möglich und das Risiko dennoch gering ist.
Dieser Hund ist ein unermüdlicher Begleiter für aktive Menschen, die selbst gern in Bewegung sind, die sich an seiner Spielfreude erfreuen, seiner Intelligenz Anreize bieten und ihn so seine gesamte Persönlichkeit entfalten lassen.

 

Quelle: DWZRV

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