Podenco Ibicenco

Podenco Ibicenco

Die Heimat des Podenco Ibicenco sind die Inseln der Balearen und das spanische Festland (Katalonien sowie die Region um Valencia). Er zählt zur Gruppe der windhundähnlichen mediterranen Jagdhunde und wird in Deutschland vom Deutschen Windhundzucht- und Rennverband e.V. (DWZRV) betreut. Es existieren drei Fellvarietäten: Glatthaar, Rauhaar und Langhaar, wobei die langhaarige Varietät auf Ausstellungen dem Typ „Rauhaar“ zugeordnet wird. Bevorzugt werden die Farben weiß und rot, auch einfarbig weiß oder rot. Rauhaarige falbfarbene Hunde werden ebenfalls zugelassen. Für die Rüden wird eine Größe zwischen 66 und 72cm, für die Hündinnen von 60 bis 67cm angegeben.

In seinem Ursprungsland existieren verschiedene, regional sehr unterschiedliche Namen für die Rasse. So bezeichnet man ihn einfach als Jagdhund („Perro de Caza“) oder auch „Mallorquin“, „Conejero“ oder „Xarnelo“. Die offizielle Bezeichnung in katalanischer Sprache lautet „Cà Eivissenç“. In USA und Großbritannien heißt die Rasse „Ibizan Hound“.

Im Unterschied zu den klassischen Windhunden, die reine Sichtjäger sind, jagen Podencos mit drei Sinnen. So kombiniert der Podenco Ibicenco seine Augen (Sicht) mit seiner Nase (Geruch) und seinen Ohren (Gehör). Die Kombination dieser Sinne macht ihn zu einem perfekten Jagdhund.

Podenco Ibicenco Stand

Um den Ursprung des Podenco Ibicencos ranken sich verschiedene Theorien. Eine davon lautet, dass es sich um die Nachkommen der altägyptischen Windhunde handelt, d.h. um eine der ältesten erhaltenen Hunderassen. Sowohl die Phönizier als auch die Kreter sollen dann für die Verbreitung dieses Hundetyps im gesamten Mittelmeerraum gesorgt haben. Eine Studie aus den USA lässt allerdings Zweifel an dieser Theorie aufkommen (Arbeitsgruppe um Robert K. Wayne / Vilà et al 1997). Mit Hilfe molekulargenetischer Kriterien wurde die (genetische) „Nähe“ zum Wolf herausgearbeitet. Der Podenco Ibicenco ist nach dieser 2004 veröffentlichten Studie zur großen Gruppe der europäischen Jagdhunde zu zählen. So könnte es ebenfalls möglich sein, dass sich der Podenco Ibicenco aus den überall im Mittelmeerraum verbreiteten Pariahunden entwickelt hat.

Früher wie heute wird der Podenco Ibicenco in Spanien als Jagdhund gehalten. Bauern und Jäger beurteilen die Hunde auch heute noch ausschließlich nach ihren Qualitäten bei der Jagd. Bevorzugte Beutetiere sind hauptsächlich Kaninchen, aber auch Hasen und selten Großwild (regional unterschiedlich). Eine Gruppe mehrerer Ibicenco-Hündinnen (mit maximal einem Rüden) jagt und apportiert die Beute, vorzugsweise lebend, zu ihrem Herrn. In der Regel wird ohne Schusswaffe gejagt, d.h. die Hunde arbeiten selbstständig.

Podenco Ibicenco Rennen

Dieses selbständige Arbeiten führt bei den hier lebenden Hunden, von denen viele über verschiedene Tierschutzorganisationen nach Deutschland vermittelt wurden, häufig zu Problemen, wenn die jagdliche Passion der Rasse im freien Gelände unterschätzt wird. Um das große Laufbedürfnis der Rasse zu befriedigen, sollte man gezielt nach sicheren Gebieten suchen, in denen Freilauf möglich ist.

Der Podenco Ibicenco verhält sich im Haus sehr ruhig und sanft. Gegenteilig dazu ist das Verhalten beim Spaziergang: Ein immer engagierter Jagdhund, schnell, ausdauernd und ausgesprochen aufmerksam. Bedingt durch die leistungsorientierte Selektion in seiner Heimat ist er sehr zäh und belastbar. Auf fremde Menschen reagiert er introvertiert und distanziert, in unbekannten Situationen weicht er eher zurück und reagiert vorsichtig.

Wie andere kurzhaarige Windhunde ist der Podenco Ibicenco pflegeleicht und hat kaum Eigengeruch. Er liebt ein kuscheliges Plätzchen im Haus oder ein Sonnenbad im Garten.

Zur hundgerechten Beschäftigung und körperlichen Auslastung bietet der DWZRV die Möglichkeit, mit Podencos an Windhundrennen oder Coursings teilzunehmen. Auch andere hundsportliche Aktivitäten wie z.B. Agility sind für den Podenco Ibicenco geeignet. Bedingt durch seine starke jagdliche Motivation erfordert seine Ausbildung jedoch teilweise viel Geduld und Einfühlungsvermögen, fördert aber zugleich seine Bindung an den Besitzer.

 

Quelle: DWZRV

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